Ausbildungsformate erklärt: Verbundausbildung, ÜBA & Teilzeitausbildung

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486.700 neue Ausbildungsverträge wurden geschlossen. Minus 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig: 69.400 Stellen sind unbesetzt und über 530.000 fehlende Fachkräfte, die laut Institut der deutschen Wirtschaft rechnerisch schlicht nicht verfügbar sind (Quelle: IW Köln, 2024).

Das duale Ausbildungssystem gilt seit Jahrzehnten als Erfolgsmodell. Doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte: Demografischer Wandel, veränderte Lebensrealitäten junger Menschen und strukturelle Passungsprobleme setzen das klassische Modell zunehmend unter Druck. Schon heute hat jede achte erwerbstätige Person zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss – obwohl Betriebe händeringend suchen.

💡 „Knapp 30 Prozent aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst.“
(Quelle: BIBB, Vertragslösungsquote 2022)

Die Antwort liegt in flexiblen Ausbildungsformaten – und die meisten Betriebe kennen sie nicht. Dabei ist die Ausgangslage klar: Nur 0,5% aller Ausbildungsverhältnisse laufen in Teilzeit, obwohl die rechtliche Grundlage seit 2020 für alle offen ist. Es gibt 48 zweijährige Ausbildungsberufe, die kürzere Einstiegswege ermöglichen. Und Programme wie EQ und AsA flex unterstützen genau die Bewerberinnen und Bewerber, die an klassischen Hürden scheitern würden – kostenlos für den Betrieb.

Wer heute ausbildet, muss mehr Wege kennen als einen. Dieser Artikel zeigt Ihnen alle neun.

💡 Was Sie in diesem Artikel erwartet

➡️ Das Fundament: Stärken und Grenzen der klassischen dualen Ausbildung
➡️ Verbundausbildung: Gemeinsam ausbilden – die 4 Modelle im Vergleich
➡️ ÜBA/ÜBS: Qualitätssicherung durch externe Spezialisten
➡️ BaE: Das unterschätzte Rekrutierungsinstrument
➡️ Teilzeitausbildung: Das Potenzial, das die meisten Betriebe brachliegen lassen
➡️ EQ und AsA flex: Flexible Formate mit voller Förderung
➡️ Sonderformen: PiA, duales Studium, schulische Ausbildung & Umschulung

Das Fundament: Die duale Ausbildung

Bevor wir über Alternativen sprechen, kurz zur Ausgangsbasis. Die duale Ausbildung ist nach wie vor das zentrale Modell der beruflichen Bildung in Deutschland. Rund 325 anerkannte Ausbildungsberufe sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) geregelt (Quelle: BIBB, Stand 2024). Das Prinzip ist denkbar einfach und gleichzeitig brillant: Auszubildende lernen parallel an zwei Lernorten.

  • Der Betrieb vermittelt die praktischen Fertigkeiten, fachliche Tiefe und reale Arbeitsabläufe.
  • Die Berufsschule liefert das theoretische Fundament, Fachwissen und allgemeinbildende Inhalte.

Drei bis dreieinhalb Jahre, ein anerkannter Abschluss, international hoch angesehen. Kein anderes Bildungssystem schafft diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis so konsequent wie das deutsche.

Wo das klassische Modell an seine Grenzen stößt

Genau diese Stärke wird in vielen Betrieben zur Schwäche. Denn das duale Modell setzt voraus, dass ein einzelner Betrieb alle Inhalte des Ausbildungsrahmenplans abdecken kann. Und genau hier liegt das Problem.

  • Kapazitätsgrenze. Kleine und mittelständische Betriebe haben oft nicht das Personal, die Ausrüstung oder die räumlichen Kapazitäten, um eine vollständige Ausbildung im Haus anzubieten.
  • Spezialisierungsgrenze. Wer sich als Betrieb stark spezialisiert hat, kann bestimmte Pflichtinhalte des Rahmenplans schlicht nicht vermitteln. Der Friseurbetrieb ohne Coloristenplatz. Der Elektroniker ohne SPS-Anlage. Der Gastronom ohne Konditoreibereich.
  • Demografiegrenze. Selbst wenn Kapazität und Know-how vorhanden sind, fehlen die Bewerberinnen und Bewerber. Besonders in ländlichen Regionen bleibt laut IW Köln rechnerisch jede dritte Stelle unbesetzt.

📌 Genau aus diesen Gründen hat der Gesetzgeber ein Ökosystem aus acht weiteren Ausbildungsformaten geschaffen. Die besten Ausbildungsbetriebe kombinieren die Formate strategisch und gewinnen so Flexibilität, wo früher Verzicht stand.

Verbundausbildung: Gemeinsam ausbilden, gemeinsam gewinnen

Was tun, wenn der eigene Betrieb nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken kann? Die Antwort heißt seit Jahrzehnten Verbundausbildung – und sie ist aktuell so relevant wie nie zuvor. Mehrere Betriebe schließen sich zusammen und bilden gemeinsam aus. Der Ausbildungsvertrag läuft bei einem Leitbetrieb, die Auszubildenden rotieren zwischen den Partnern. Rechtlich verankert in § 10 BBiG sowie § 27 Absatz 2 HwO.

💡 Verbundausbildung ist kein Notnagel für kleine Betriebe. Sie ist die strategische Antwort auf 2 aufkommende Megatrends: Spezialisierung und Fachkräftemangel.

Die 4 Modelle der Verbundausbildung

ModellAufgabenverteilungKostenverteilung
Leitbetrieb mit PartnernEin Leitbetrieb trägt die Gesamtverantwortung. Partnerbetriebe übernehmen einzelne Abschnitte.Leitbetrieb zahlt die Ausbildungsvergütung.
AuftragsausbildungEinzelne Ausbildungsabschnitte werden gegen Entgelt vergeben.Stammbetrieb zahlt für die Übernahme durch Dritte.
AusbildungsvereinEin eingetragener Verein übernimmt Organisation und Steuerung.Finanzierung über Mitgliedsbeiträge und Fördermittel.
AusbildungskonsortiumMehrere Betriebe stellen eigene Azubis ein und tauschen sie für bestimmte Abschnitte aus.Faire Kostenverteilung nach Beteiligung.

✅ Vorteile: Warum sich Verbund lohnt

  • Ressourcen teilen, Kosten senken. Kammerseitige Schätzungen gehen von Kostenersparnissen bis zu 20 Prozent aus.
  • Fachkräftesicherung auch ohne Vollausstattung. Betriebe, die alleine nicht ausbilden könnten, sichern sich ihren Nachwuchs.
  • Höhere Ausbildungsqualität. Azubis profitieren vom Fachwissen mehrerer Ausbilder und stärken fachliche Breite sowie soziale Kompetenz.
  • Einfacher Einstieg für neue Ausbildungsbetriebe. Strukturelle Unterstützung und geteiltes Risiko mit erfahrenen Partnern.

⚠️ Nachteile, die Sie kennen sollten

  • Koordinationsaufwand. Rotationspläne, Abstimmung, Dokumentation für die Kammer – ohne digitales Ausbildungsmanagement wird es unübersichtlich.
  • Verantwortung für fremde Azubis. Wer Azubis anderer Partner aufnimmt, trägt in dieser Zeit die volle Ausbildungsverantwortung.

💡 Praxis-Tipp: Fragen Sie vor Verbundgründung aktiv bei Ihrer Kammer nach. Viele Fördertöpfe laufen regional und werden nicht prominent beworben.

🏪 Praxisbeispiel: Die Lieblingsfamilie aus Hannover

Geschäftsführer Chi Trung Khuu betreibt drei gastronomische Konzepte unter einem Dach. Er bildet im Verbund mit zehn Gastronomiebetrieben erfolgreich rund 20 Azubis aus – viele gezielt aus Vietnam rekrutiert. Ausbildungsstandards laufen betriebsübergreifend, die Koordination und das E-Learning digital über Talent2Go.

💡Zur Case-Study mit Lieblingsfamilie mit weiteren Insights & Tipps

„Wir brauchen Zuwanderung. Das ist keine Option, das ist Realität. Und wir bilden Persönlichkeiten aus, keine Hilfskräfte.“

Chi Trung Khuu – Geschäftsführer Lieblingsfamilie

Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA/ÜBS): Qualitätssicherung durch externe Spezialisten

⚠️ Kurze Begriffsklärung: Überbetrieblich ist nicht außerbetrieblich.

Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA): Ergänzt eine laufende betriebliche Ausbildung durch Lehrgänge in Bildungszentren. Der Azubi bleibt bei Ihnen im Betrieb.

Außerbetriebliche Ausbildung (BaE): Findet komplett bei einem Bildungsträger statt, ohne Ausbildungsbetrieb. → Sektion 4

Die ÜBA ist kein eigenes Ausbildungsmodell, sondern ein gezieltes Qualitäts- und Kompetenzupgrade für die reguläre duale Ausbildung. In überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) werden Inhalte abgedeckt, die kein Einzelbetrieb wirtschaftlich abbilden kann. Die Inhalte folgen bundeseinheitlichen Unterweisungsplänen des Heinz-Piest-Instituts (HPI) – rund 500 Lehrpläne existieren aktuell.

ÜBA oder ÜLU – was ist der Unterschied?

Je nach Branche trägt sie einen anderen Namen: Im Handwerk heißt sie überbetriebliche Lehrunterweisung (ÜLU), anderswo überbetriebliche Berufsausbildung (ÜBA). Gemeint ist immer dasselbe: ergänzende Lehreinheiten in einem Bildungszentrum oder einer überbetrieblichen Berufsbildungsstätte (ÜBS), die Inhalte abdecken, die kein Einzelbetrieb wirtschaftlich alleine stemmen kann. Der Elektriker ohne SPS-Anlage, der Dachdecker ohne Schweißtechnik – die ÜBA schließt genau diese Lücken. Alle Lehrinhalte folgen bundeseinheitlichen Unterweisungsplänen des Heinz-Piest-Instituts (HPI), sodass jeder Azubi denselben Qualitätsstandard erhält – egal wie spezialisiert der eigene Betrieb ist. Im Handwerk ist die ÜLU für viele Berufe gesetzlich verpflichtend (HwO), in anderen Bereichen nach BBiG ist sie zwar oft freiwillig, aber aus Qualitätsgründen dringend empfohlen

Wo ÜBA zum Pflichtprogramm gehört

BerufTypische ÜBA-Inhalte
Elektroniker/inSPS-Programmierung, spezielle Messtechnik, Gebäudeautomation
Dachdecker/inGerüstbau, Schweißtechnik, moderne Abdichtungsverfahren
Maler und Lackierer/inBeschichtungstechniken, moderne Lackiergeräte
Friseur/inAktuelle Schnitt-, Färbe- und Stylingtechniken
Straßenbauer/inAsphaltverarbeitung, Vermessungstechnik, Baustellensicherheit

💡 Klartext für Entscheider: Die ÜBA ist kein zusätzlicher Kostenblock, sondern ein ausgelagerter Qualitätsstandard. Je nach Beruf, Region und Programm werden bis zu 80 Prozent der Kosten gefördert.

Außerbetriebliche Ausbildung (BaE): Das unterschätzte Rekrutierungsinstrument

Für viele Ausbildungsbetriebe ist die BaE ein blinder Fleck. Zu Unrecht. Die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) richtet sich an junge Menschen, die trotz intensiver Suche keinen betrieblichen Ausbildungsplatz gefunden haben. Sie führt zu einem vollwertigen, staatlich anerkannten Berufsabschluss nach BBiG – kein Zweitabschluss, gleichwertig.

💡 Als Kooperationsbetrieb bekommen Sie Zugang zu motivierten Nachwuchskräften – ohne Ausbildungsvertrag, ohne Ausbildungsvergütung, ohne volle Verantwortung. Das ist wie Recruiting mit verlängerter Probezeit – ohne Probezeit-Risiko. Kosten für den Betrieb: 0 Euro.

In 4 Schritten zum BaE-Kooperationsbetrieb

  1. Kontakt zur regionalen Agentur für Arbeit oder zum Jobcenter aufnehmen.
  2. Gespräch mit einem Bildungsträger führen – welche Berufe, welche Praxisphasen?
  3. Kooperationsvereinbarung abschließen – Dauer, Inhalte, Ansprechpartner.
  4. Praxisphasen durchführen, Azubi kennenlernen, Übernahmemöglichkeit prüfen.

Teilzeitausbildung: Das unterschätzte Instrument gegen den Bewerbermangel

💡 Das Wichtigste zur Teilzeitausbildung auf einen Blick

➡️ Nur 0,5% aller Ausbildungsverträge sind Teilzeitverträge (BIBB, Uhly & Neises 2024)
➡️ Rechtsgrundlage: § 7a BBiG – seit 2020 ohne Begründungspflicht
➡️ Mindestarbeitszeit: 50% der regulären wöchentlichen Stunden
➡️ Maximale Verlängerung: auf das 1,5-fache der Ausbildungsdauer
➡️ Berufsschule läuft weiterhin in Vollzeit
➡️ Führt zum identischen Abschluss wie die Vollzeitausbildung

Die 2 Grundmodelle im Vergleich

In der Praxis haben sich zwei Varianten etabliert:

ModellFunktionsweiseWann sinnvoll
KomplettmodellDie wöchentliche Arbeitszeit ist über die gesamte Ausbildungsdauer reduziert.Bei dauerhaften Lebensumständen wie Kinderbetreuung oder chronischer Erkrankung.
ZeitraummodellDie Teilzeit gilt nur für bestimmte Phasen, danach wird auf Vollzeit gewechselt (oder umgekehrt).Bei temporären Situationen wie Elternzeit, Pflegephase oder laufendem Sprachkurs.

Beide Varianten sind rechtlich gleichwertig und führen zum identischen Abschluss. Der Unterschied liegt nur in der Flexibilität, die Sie als Betrieb und der Auszubildende gemeinsam gestalten.

Die harten Konditionen er Teilzeitausbildung auf einen Blick:

  • Mindestarbeitszeit: 50 % der regulären wöchentlichen Arbeitszeit
  • Maximale Verlängerung: Die Ausbildungsdauer darf höchstens auf das 1,5-fache der regulären Zeit gestreckt werden
  • Vergütung: Anteilig entsprechend der reduzierten Stunden
  • Berufsschule: In der Regel Vollzeit, nicht reduziert (wichtig!)

Gerade der letzte Punkt wird oft übersehen: Die Teilzeitregelung betrifft nur den betrieblichen Teil. Der Berufsschulunterricht läuft weiter wie bei allen anderen Auszubildenden, weil Berufsschulen in der Regel keine eigenen Teilzeitklassen einrichten können. Das sollten Sie bei der Planung mit Ihrem Azubi offen ansprechen.

Die Zielgruppen, die Sie erreichen

Wer sind die Bewerberinnen und Bewerber, die Sie mit einem Teilzeitangebot zusätzlich ansprechen?

  • Eltern und Alleinerziehende. Die größte Gruppe. Eine Ausbildung in Vollzeit scheitert oft schlicht an fehlender Kinderbetreuung.
  • Pflegende Angehörige. Laut Statistischem Bundesamt pflegen rund 4,1 Millionen Menschen in Deutschland Angehörige, viele davon im erwerbsfähigen Alter. Teilzeitausbildung macht berufliche Qualifizierung überhaupt erst möglich.
  • Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Chronische Erkrankungen, Behinderungen oder psychische Belastungen, die einer Vollzeitbelastung im Weg stehen, aber keine berufliche Qualifizierung verhindern.
  • Zugewanderte Menschen. Viele Geflüchtete und Migranten benötigen parallel zur Ausbildung Sprach- oder Integrationskurse. Teilzeit macht beides gleichzeitig möglich.
  • Berufliche Neustarter. Menschen, die aus einem anderen Job wechseln wollen, aber aus finanziellen Gründen nicht voll auf das Azubi-Gehalt runter können.

Das sind alles Talente, die der Markt aktuell links liegen lässt. Sie können sie sich holen.

Damit Sie diese Checkliste auch in Ihrer nächsten Ausbildungsleiterrunde oder im Gespräch mit der Geschäftsführung griffbereit haben, haben wir sie als druckfertiges Dokument aufbereitet.

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Checkliste Teilzeitausbildung

✔ 5-Schritte Umsetzung
✔ Von Grundlagen bis Erfolgsmessung

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Was Teilzeitausbildung Ihrem Betrieb bringt

Drei klare Vorteile, die sich messen lassen:

1. Größerer Bewerberpool

In Regionen und Berufen mit akutem Bewerbermangel erschließen Sie Zielgruppen, die Ihre Mitbewerber nicht ansprechen. Gerade bei 69.400 unbesetzten Ausbildungsstellen bundesweit ist jeder zusätzliche qualifizierte Bewerber wertvoll.

2. Stärkeres Arbeitgeberimage

Teilzeitausbildung ist ein konkretes Signal für Familienfreundlichkeit und Inklusion. Das wirkt nicht nur auf potenzielle Azubis, sondern auf die gesamte Arbeitgebermarke.

3. Höhere Bindung und geringere Abbruchquote

Wer eine Ausbildung unter realistischen Lebensbedingungen macht, bricht seltener ab. Das spart Ihnen die Kosten eines Ausbildungsabbruchs, die nach KOFA-Schätzungen im fünfstelligen Bereich liegen können.

📋 Praxisbeispiel: Vierjährige Ausbildung, identischer Abschluss

Eine alleinerziehende Mutter (28) beginnt eine kaufmännische Ausbildung zur Industriekauffrau in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre in Vollzeit (40 Stunden/Woche). Durch Kinderbetreuung kann sie nur 25 Stunden pro Woche arbeiten, also rund 62,5 % einer Vollzeit-Ausbildung.

Der Betrieb einigt sich mit ihr auf das Komplettmodell. Die Ausbildungsdauer wird auf vier Jahre gestreckt, die Ausbildungsvergütung beträgt anteilig rund 62,5 Prozent. Die Kammer genehmigt den angepassten Ausbildungsplan. Nach vier Jahren besteht sie die IHK-Abschlussprüfung.

Das Ergebnis für den Betrieb: Eine Fachkraft, die in der üblichen Vollzeitausbildung nie angekommen wäre. Eine hohe Bindung an den Betrieb. Und eine Referenzgeschichte, die in Stellenanzeigen und auf Karriereseiten Eindruck macht.

Flexible Ausbildungsformate: Einstiegsqualifizierung und Assistierte Ausbildung

Zwei Instrumente, die oft übersehen werden und dabei für Ausbildungsbetriebe die unter Umständen attraktivsten Tools der beruflichen Bildung sind. Beide senken das Risiko, beide entlasten finanziell, beide bringen zusätzliche Bewerbergruppen in Reichweite. Trotzdem nutzen laut IAB-Forum nur wenige Betriebe sie aktiv, weil Bekanntheitsgrad und administrativer Aufwand als Hürden wahrgenommen werden.

Schauen wir, was dahintersteckt.

Einstiegsqualifizierung (EQ): Der Langzeit-Testlauf

Die Einstiegsqualifizierung ist ein betriebliches Langzeitpraktikum mit Ausbildungsperspektive. Konkret bedeutet das: Ein junger Mensch, der am Ende des Berichtsjahres noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, arbeitet vier bis zwölf Monate in Ihrem Betrieb. Er lernt Abläufe, Team und Anforderungen eines Ausbildungsberufs kennen – und Sie entscheiden am Ende, ob aus dem Praktikum eine Ausbildung wird.

Rechtliche Grundlage: §§ 54a, 235b SGB III in Verbindung mit dem Berufsbildungsgesetz.

Wer ist die Zielgruppe?

  • Jugendliche, die bisher nicht vermittelt werden konnten
  • Bewerber mit schulischen Defiziten, die noch Reife brauchen
  • Menschen mit Förderbedarf oder längerer Orientierungsphase
  • Geflüchtete und Zugewanderte, die Betriebsalltag in Deutschland noch nicht kennen

So läuft die Einstiegsqualifizierung ab:

  1. Der junge Mensch meldet sich bei der Agentur für Arbeit und bekommt EQ vorgeschlagen
  2. Sie als Betrieb schließen einen EQ-Vertrag ab (nicht Ausbildungsvertrag!)
  3. Die Agentur für Arbeit erstattet einen Teil der Vergütung, aktuell bis zu 262 Euro monatlich plus pauschaler Sozialversicherungsanteil
  4. Nach vier bis zwölf Monaten entscheiden Sie: Übernahme in eine Ausbildung oder Ende der EQ
  5. Die EQ-Zeit kann auf die spätere Ausbildungsdauer angerechnet werden, teilweise bis zu sechs Monate

💡 Sie lernen einen Menschen über viele Monate im realen Betriebsalltag kennen, bevor Sie ihn als Auszubildenden einstellen. Das Einarbeitungsrisiko einer späteren Ausbildung sinkt gegen null. Und wenn es nicht passt, endet die EQ geordnet – ohne die emotionale und rechtliche Komplexität eines Ausbildungsabbruchs.

Die wirtschaftliche Rechnung: Die Agentur-Zuschüsse decken einen erheblichen Teil der EQ-Vergütung ab. Sie tragen die Einarbeitungszeit, gewinnen im Gegenzug Planungssicherheit für Ihre nächste Azubi-Einstellung und dokumentieren soziales Engagement nach außen.

Assistierte Ausbildung flexibel (AsA flex): Die begleitete Ausbildung

Während die EQ den Einstieg absichert, begleitet die AsA flex die gesamte Ausbildung. Sie ist kein eigenständiges Ausbildungsformat, sondern eine zusätzliche Unterstützungsschiene für reguläre duale Ausbildungsverträge.

Rechtliche Grundlage: §§ 74, 75, 75a SGB III.

Das Prinzip: Neben Betrieb und Berufsschule kommt ein dritter Partner ins Spiel, der Bildungsträger. Dieser bietet sowohl dem Azubi als auch Ihnen als Betrieb individuelle Unterstützung. Stützunterricht, sozialpädagogische Begleitung, Prüfungsvorbereitung, Konfliktlösung, Sprachförderung. Was gebraucht wird, wird eingesetzt.

⚠️ Wichtige Abgrenzung, die oft verwechselt wird: AsA flex ist keine außerbetriebliche Ausbildung. Die Ausbildungsverantwortung bleibt bei Ihnen als Betrieb. Der Azubi hat einen normalen Ausbildungsvertrag mit Ihnen, bekommt seine Ausbildungsvergütung von Ihnen und arbeitet bei Ihnen. Der Bildungsträger unterstützt zusätzlich, ersetzt aber weder Ihren Betrieb noch die Berufsschule.

Was Ihr Betrieb konkret bekommt:

  • Begleitung und Beratung des Ausbildungspersonals
  • Unterstützung bei Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung
  • Zielgruppengerechte Ausbildungsmethoden für Azubis mit besonderen Bedarfen
  • Mediation bei Konflikten und Prävention von Abbrüchen
  • Einsatz bereits vor Ausbildungsbeginn, etwa im Rahmen einer EQ

Was der Azubi bekommt:

  • Stützunterricht in schwierigen Fächern, meist ein- bis zweimal pro Woche
  • Sprachförderung und Prüfungsvorbereitung
  • Sozialpädagogische Begleitung bei persönlichen Herausforderungen
  • Bewerbungs- und Orientierungsunterstützung vor der Ausbildung

💡 80 – 90 % der AsA-flex-Teilnehmenden bestehen den theoretischen Teil der Abschlussprüfung. Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB), zitiert in der bag arbeit, 2025. Das ist eine bemerkenswerte Quote angesichts der Tatsache, dass AsA flex gezielt für junge Menschen mit erhöhtem Abbruchrisiko konzipiert ist. Zum Vergleich: Die allgemeine Vertragslösungsquote im dualen System liegt bei rund 30 Prozent.

Was AsA flex Ihren Betrieb kostet: Keinen einzigen Euro

Die komplette Förderung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter. Sie zahlen nichts für den Bildungsträger, nichts für den Stützunterricht, nichts für die sozialpädagogische Begleitung. Einzig die reguläre Ausbildungsvergütung Ihres Azubis tragen Sie selbst – aber die hätten Sie ohnehin zu zahlen.

Damit gehört AsA flex zu den wirtschaftlich attraktivsten Instrumenten der beruflichen Bildung überhaupt. Sie bekommen Unterstützung, die sonst fünfstellige Beträge kosten würde, für Ihre Bilanz zum Nulltarif.

Wann sich welches Instrument lohnt

Kurzer Vergleich für die Praxisentscheidung:

SituationPassendes Instrument
Bewerber ist unsicher, Sie sind unsicher, aber Potenzial ist daEQ als Testlauf
Bewerber hat bereits Ausbildungsreife, braucht aber zusätzliche UnterstützungAsA flex direkt in der Ausbildung
Geflüchtete/zugewanderte Bewerber mit SprachbedarfEQ + anschließend AsA flex kombinieren
Schulisch schwächere Bewerber mit PotenzialAsA flex parallel zur regulären Ausbildung

Beide Formate lassen sich nacheinander einsetzen: EQ zum Einstieg, AsA flex während der anschließenden Ausbildung. Genau diese Kombination hat der Gesetzgeber explizit vorgesehen.

So kommen Sie an die Förderung

Der Weg ist simpler, als viele denken:

  1. Anruf beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit. Die Nummer finden Sie regional unter arbeitsagentur.de.
  2. Besprechung Ihrer konkreten Situation: Welcher Bewerber, welcher Beruf, welcher Unterstützungsbedarf?
  3. Die Agentur prüft die Förderfähigkeit und vermittelt den passenden Bildungsträger.
  4. Sie schließen den Ausbildungsvertrag, der Bildungsträger startet parallel seine Unterstützungsleistungen.

Der administrative Aufwand ist überschaubar, gerade weil der Bildungsträger einen Großteil der Formalien übernimmt.

💡 EQ und AsA flex sind keine Wundermittel. Sie erfordern ein echtes Commitment, jemandem eine Chance zu geben, der nicht der klassische Musterbewerber ist. Aber angesichts von 84.400 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern im Jahr 2025 und gleichzeitig 69.400 unbesetzten Ausbildungsstellen (Quelle: BIBB) wird deutlich:

Das Problem ist selten mangelndes Talent, sondern fehlende Brücken zwischen Betrieben und Jugendlichen. Genau diese Brücken bauen EQ und AsA flex. Wer sie nutzt, handelt wirtschaftlich klug und gesellschaftlich verantwortungsvoll.

Sonderformen und moderne Varianten der Ausbildung: 4 Wege, die oft übersehen werden

Neben den klassischen Flexibilisierungsmodellen gibt es vier weitere Ausbildungsformen, die für spezifische Branchen und Zielgruppen enorm wichtig sind. Wer in Pflege, Sozialwesen, Pädagogik, Hochschulkooperationen oder im Quereinstieg ausbildet, kommt an diesen Formaten kaum vorbei.

Schulische Ausbildung: Wenn die Schule der Hauptlernort ist

Die schulische Ausbildung unterscheidet sich grundlegend von der dualen: Der Hauptlernort ist nicht der Betrieb, sondern eine Berufsfachschule oder Fachschule. Betriebliche Praxisphasen werden als Praktika in die Schulausbildung integriert, sind aber nicht das strukturelle Zentrum.

Typische Einsatzfelder der schulischen Ausbildung:

  • Pflegeberufe (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, teilweise Pflegefachkraft)
  • Sozialwesen (Erzieher, Sozialassistenz, Heilerziehungspflege)
  • Pädagogik und Therapie (Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie)
  • Gestaltung und Technik (grafische, technische und designorientierte Berufe)

Rechtlich sind schulische Ausbildungen Ländersache. Die genauen Regelungen variieren von Bundesland zu Bundesland, geregelt in den jeweiligen Landesschulgesetzen und Fachschulverordnungen.

💡 Die Hauptausbildungskosten trägt nicht Ihr Betrieb, sondern das Bildungssystem. Sie stellen Praktikumsplätze. Für Betriebe in Pflege, Sozialer Arbeit oder Gesundheitswesen ist die schulische Ausbildung deshalb oft wirtschaftlich attraktiver als eine reguläre duale Ausbildung. Sie bekommen motivierten Nachwuchs in Praktikumsphasen, können Talente identifizieren und nach dem Abschluss gezielt einstellen.

Praxisintegrierte Ausbildung (PiA): Die duale Variante für Pflege und Pädagogik

Die Praxisintegrierte Ausbildung ist gewissermaßen die moderne Antwort auf die klassische schulische Ausbildung. Sie verbindet beide Welten: Fachschule und Betrieb, Theorie und Praxis, bezahlte Ausbildung vom ersten Tag an.

Die wichtigsten Merkmale:

  • 3 Jahre Ausbildungsdauer mit hoher Praxisquote vom ersten Ausbildungstag an
  • Typischer Rhythmus: zwei bis drei Tage Praxis, zwei bis drei Tage Fachschule pro Woche
  • Regulärer Ausbildungsvertrag mit einem Praxisbetrieb (Kita, Pflegeeinrichtung, soziale Einrichtung)
  • Ausbildungsvergütung nach TVAöD oder AVR, also deutlich über dem Niveau klassischer schulischer Ausbildungen

Aktuelle Vergütung (Stand April 2025, TVAöD):

AusbildungsjahrBruttovergütung pro Monat
1. Jahrca. 1.415 €
2. Jahrca. 1.477 €
3. Jahrca. 1.503 €

(Quelle: TVAöD Besonderer Teil Pflege, Stand 01.04.2025. Je nach Tarifgebiet und Träger können Werte variieren.)

💡 In Pflege und Kita ist der Fachkräftemangel so akut, dass das klassische schulische Modell ohne Ausbildungsgehalt schlicht zu wenige Bewerberinnen und Bewerber anzieht. PiA löst dieses Problem, weil der Azubi sich die Ausbildung finanziell überhaupt leisten kann. Wer Erzieher oder Pflegefachkräfte sucht, kommt an PiA praktisch nicht mehr vorbei.

Kooperative Ausbildung und duales Studium: Zwei Abschlüsse, doppelter Hebel

Die Kooperative Ausbildung (KOA) und das ausbildungsintegrierende duale Studium kombinieren eine Berufsausbildung mit einem Bachelorstudium. Am Ende stehen zwei anerkannte Abschlüsse: ein Berufsabschluss nach BBiG plus ein Bachelor of Arts, Science oder Engineering.

So läuft es typisch ab:

  • Der Azubi schließt einen dualen Ausbildungsvertrag mit Ihrem Betrieb
  • Parallel ist er an einer Hochschule oder dualen Hochschule eingeschrieben
  • Wechselnde Phasen: Betrieb, Berufsschule, Hochschule
  • Nach drei bis viereinhalb Jahren: Berufsabschluss und Bachelor

Für welche Betriebe sich das lohnt:

  • Unternehmen mit strategischem Bedarf an akademisch qualifiziertem Fachpersonal
  • Branchen mit hoher Komplexität: Maschinenbau, IT, Finanzen, Logistik, Beratung
  • Betriebe, die Führungspotenziale früh identifizieren und binden möchten

Die Bindungswirkung eines dualen Studiums ist bemerkenswert hoch: Wer drei bis vier Jahre Unternehmen und Hochschule gleichzeitig durchläuft, entwickelt eine starke Identifikation mit dem Betrieb. Übernahmequoten von über 80 Prozent sind bei gut geführten dualen Studienprogrammen die Regel, nicht die Ausnahme.

📚  Mehr zum Thema Übernahme lesen Sie in unserem Artikel.

Rechnen Sie aber ehrlich: Das duale Studium ist aufwendiger als eine normale Ausbildung. Höhere Vergütung, Studiengebühren werden häufig vom Betrieb übernommen, intensive Betreuung. Dafür bekommen Sie einen Mitarbeiter, der bereits ab dem ersten Berufstag auf einem anderen Qualifikationsniveau startet.

Umschulung: Der schnellste Weg zu ausgebildeten Fachkräften

Die Umschulung ist kein Format für Jugendliche, sondern für Erwachsene und Quereinsteiger. Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, aus ihrem bisherigen Beruf wechseln möchten oder müssen und einen zweiten anerkannten Berufsabschluss erwerben.

Die Eckdaten:

  • Dauer: In der Regel 1 bis 2 Jahre (verkürzte Variante der regulären Ausbildung)
  • Zielgruppe: Menschen ab ca. 25 Jahren mit Berufserfahrung, oft nach Arbeitslosigkeit, gesundheitlichen Gründen oder Branchenwechsel
  • Abschluss: Vollwertiger Berufsabschluss nach BBiG mit Kammerprüfung
  • Finanzierung: Häufig zu 100 Prozent durch Agentur für Arbeit oder Jobcenter gefördert

Der Bildungsgutschein macht den Unterschied:

Wer umschulen möchte, bekommt von der Agentur für Arbeit in vielen Fällen einen Bildungsgutschein, der sämtliche Kurs- und Prüfungskosten abdeckt. Gleichzeitig läuft Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld weiter, teilweise mit Weiterbildungsprämien. Für den Umschüler ist die Ausbildung damit finanziell abgesichert.

💡 Umschüler bringen oft Soft Skills mit, die junge Azubis erst entwickeln müssen: Arbeitsdisziplin, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, Kundenorientierung. In Engpassberufen wie Altenpflege, IT, Logistik oder technischen Fachberufen werden Umschüler händeringend gesucht. Wer einen Umschulungsplatz anbietet, hat häufig binnen Wochen qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber im Gespräch.

So kommen Sie an Umschüler:

  1. Meldung des Umschulungsplatzes an die Agentur für Arbeit oder einen Bildungsträger
  2. Abschluss eines Umschulungsvertrags mit dem Teilnehmer
  3. Normale Ausbildungsbegleitung nach BBiG
  4. Zusammenarbeit mit der zuständigen Kammer (IHK oder HWK) für Prüfungen

Alle 9 Ausbildungsformate im direkten Vergleich

Sie haben jetzt jedes Format im Detail kennengelernt. Zeit für den großen Überblick, der Ihnen hilft, die richtige Entscheidung für Ihren Betrieb zu treffen. Die folgende Vergleichstabelle bündelt alle neun Modelle auf einen Blick: rechtliche Grundlage, Dauer, Praxisanteil, passende Zielgruppe und der entscheidende Vorteil für Sie als Ausbildungsbetrieb.

Vergleichstabelle: Die 9 Ausbildungsformate auf einen Blick und ein zusätzliches Format

FormatGrundlagePraxisanteilDauerZielgruppe BetriebKosten/ FörderungVorteil
1. Duale AusbildungBBiG / HwOHoch (Betrieb + Berufsschule)2–3,5 JahreAlle BetriebeStandardkosten, Umlageverfahren möglichBewährtes Fundament, breite Anerkennung
2. Verbundausbildung§ 10 BBiGHoch, verteilt auf mehrere BetriebeWie duale AusbildungKMU, spezialisierte BetriebeESF, Kammerförderung, z. B. NRW bis 4.500 €Ressourcen teilen, trotz Lücken ausbilden
3. ÜBA / ÜBSHandwerksordnung, KammerrechtMittel, ergänzt betriebliche Praxis2–4 Blockwochen pro JahrHandwerks- und spezialisierte BetriebeBis zu 80 % FörderquoteQualitätssicherung durch externe Spezialisten
4. Außerbetriebliche Ausbildung (BaE)SGB IIIWechselnd, mit Praxisphasen in Betrieben2–3 JahreBetriebe als Kooperationspartner100 % durch Agentur für Arbeit / JobcenterZugang zu Azubis ohne eigene Ausbildungsverantwortung
5. Teilzeitausbildung§ 7a BBiGWie duale Ausbildung (reduzierte Stundenzahl)Bis zu 1,5-fache DauerFamilienfreundliche, inklusive BetriebeAnteilige VergütungErschließt neue Bewerbergruppen
6. Einstiegsqualifizierung (EQ)§§ 54a, 235b SGB IIISehr hoch (betriebliches Langzeitpraktikum)4–12 MonateAlle Betriebe mit AusbildungsinteresseBA-Zuschuss bis 262 € monatlich + SV-AnteilLangzeit-Testlauf vor Ausbildungsstart
7. Assistierte Ausbildung (AsA flex)§§ 74, 75, 75a SGB IIIWie duale AusbildungWie duale AusbildungBetriebe mit Azubis im UnterstützungsbedarfFür Betrieb komplett kostenlos80–90 % Prüfungserfolg, weniger Abbrüche
8. Schulische Ausbildung / PiALandesrecht, PiA: TVAöD / AVRSchulisch oder kombiniert (Schule + Betrieb)2–3 JahrePflege, Soziales, Pädagogik, GesundheitBildungssystem trägt Großteil der KostenGeringere direkte Ausbildungskosten für den Betrieb
9. Duales Studium / Kooperative AusbildungBBiG + HochschulrechtHoch, Wechsel Betrieb/Hochschule/Berufsschule3–4,5 JahreUnternehmen mit akademischem BedarfHöhere Vergütung + oft StudiengebührenZwei Abschlüsse, hohe Bindungswirkung
10. Umschulung§ 81 SGB III, BBiGHoch1–2 JahreBetriebe mit akutem FachkräftebedarfOft 100 % über Bildungsgutschein gefördertSchnellster Weg zu qualifizierten Fachkräften

⚠️ Hinweis: In der Übersicht sind es zehn Einträge, weil wir die duale Ausbildung als Ausgangspunkt mitlisten. Die 9 Alternativen und Erweiterungsmodelle darauf aufbauend sind alle weiteren Formate.

Wie Sie die Tabelle strategisch lesen

Die Tabelle verrät auf den zweiten Blick mehr als nur Fakten. Es gibt drei strategische Achsen, auf denen sich die Formate anordnen lassen:

Achse 1 – Wer trägt die Ausbildungsverantwortung?

Bei Verbundausbildung, Teilzeitausbildung, EQ und AsA flex bleibt die Verantwortung vollständig oder überwiegend bei Ihrem Betrieb. Bei BaE, schulischer Ausbildung und Umschulung verteilt sie sich stärker auf Bildungsträger, Schulen oder die Agentur für Arbeit.

Achse 2 – Wie hoch ist der finanzielle Eigenanteil Ihres Betriebs?

  • Niedrig bis null: BaE, AsA flex, Umschulung
  • Mittel: EQ, ÜBA mit Förderung, Verbundausbildung
  • Standard bis hoch: Duale Ausbildung, duales Studium

Achse 3 – Welche Zielgruppe erreichen Sie?

Wer klassische Bewerber anspricht, bleibt bei dualer Ausbildung oder dualem Studium. Wer den Bewerberkreis erweitern möchte, kombiniert Teilzeitausbildung, AsA flex, BaE-Kooperationen und Umschulung.

📌 Die meisten erfolgreichen Ausbildungsbetriebe nutzen nicht ein einzelnes Format. Sie kombinieren mehrere, strategisch abgestimmt auf Regionalmarkt, Berufsgruppe und Bewerberlage.

👉 Hier finden Sie eine Übersicht aller 10 Formate im Verlgleich.

Vom Überblick zur Entscheidung

Eine Tabelle zeigt Ihnen, was möglich ist. Aber sie beantwortet nicht die entscheidende Frage: Welches Format passt zu meinem konkreten Betrieb in meiner aktuellen Situation? Genau diese Frage beantwortet der folgende Abschnitt. Wir schauen auf typische Betriebsszenarien und zeigen, welche Formate wann den größten Hebel haben.

Kosten und Förderung: Was kostet welches Ausbildungsformat wirklich?

Die beste Ausbildungsstrategie nützt nichts, wenn sie wirtschaftlich nicht aufgeht. Schauen wir deshalb auf die Zahlen: Wer finanziert was, wie hoch sind die Förderquoten und wann rechnet sich welches Format tatsächlich?

💡 Kein anderes HR-Thema in Deutschland ist so dicht gefördert wie die Berufsausbildung. Bund, Länder, Agentur für Arbeit, Kammern und EU-Fonds zahlen parallel in dasselbe System ein. Der einzige Haken: Die meisten Betriebe nutzen nur einen Bruchteil dessen, was ihnen zusteht.

Förderquoten je Format im direkten Vergleich

FormatFördergeberTypische FörderquoteWas konkret gefördert wird
AsA flexAgentur für Arbeit, Jobcenter100 %Stützunterricht, sozialpädagogische Begleitung, Bildungsträgerleistungen
BaEAgentur für Arbeit, Jobcenter100 %Komplette Ausbildungskosten inkl. Vergütung (beim Bildungsträger)
UmschulungAgentur für Arbeit, Jobcenter, RentenversicherungBis zu 100 %Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, Kinderbetreuung
Einstiegsqualifizierung (EQ)Agentur für ArbeitGemäß § 54a SGB III (bitte bei der Agentur für Arbeit erfragen) + pauschaler SV-AnteilAnteilige Vergütungserstattung an den Betrieb
ÜBA / ÜBSBund, Länder, Kammern, BABis zu 80 %Lehrgangskosten, teilweise Fahrt- und Unterkunftskosten der Azubis
VerbundausbildungESF+, Länder, KammernRegional unterschiedlich, z. B. in NRW bis 4.500 € pro VerbundmaßnahmeKoordinationsaufwand, organisatorische Unterstützung
TeilzeitausbildungKeine direkte Betriebsförderung, ggf. BAB für AzubiAbhängig von Lebenslage des AzubisUnterhaltssicherung für Auszubildende (z. B. Berufsausbildungsbeihilfe)
Duales StudiumUnternehmen trägt HauptanteilKeine klassische FörderungIn Einzelfällen Landes- oder Branchenprogramme
Schulische Ausbildung / PiABundesländer (Fachschulen), bei PiA TariffinanzierungVariabelPiA: Ausbildungsvergütung nach Tarif; schulisch: öffentliche Schulfinanzierung

💡 5 der 9 Formate werden zwischen 80 und 100 % öffentlich finanziert. Wer behauptet, Ausbildung sei zu teuer, hat die Fördertöpfe nicht gesucht.

👉 Hier finden Sie eine Übersicht inkl. Fördermöglichkeiten der Formate.

Was Ihr Betrieb wirklich bezahlt

Die reine Förderquote zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Für die Kalkulation entscheidend ist, welche Kosten am Ende bei Ihnen hängenbleiben.

Unmittelbare Betriebskosten tragen Sie immer selbst:

  • Ausbildungsvergütung des Azubis (außer bei BaE)
  • Sozialversicherungsbeiträge
  • Anteilige Kosten für Ausbilder und Infrastruktur

Indirekte und Zusatzkosten werden oft gefördert:

  • Lehrgänge in Bildungszentren (ÜBA, teilweise Verbund)
  • Sozialpädagogische Begleitung (AsA flex)
  • Koordinationsaufwand (Verbund)
  • Umschulungslehrgänge komplett

Das heißt praktisch: Die Ausbildungsvergütung ist der Hauptkostenblock, und ihn tragen Sie bei fast allen Formaten selbst. Aber alles, was zusätzlich an Qualität, Unterstützung und Spezialisierung dazukommt, wird in den meisten Fällen extern bezahlt.

ROI: Wann rechnet sich welches Ausbildungsformat?

  • AsA flex: Rechnet sich sofort. Sie übernehmen einen Azubi, der ohne AsA flex statistisch deutlich abbruchgefährdet wäre. Jeder verhinderte Ausbildungsabbruch spart laut KOFA-Schätzungen einen mittleren fünfstelligen Betrag (verlorene Investitionen, Nachrekrutierung, Produktivitätsverlust). Da die Förderung komplett extern läuft, ist das Verhältnis aus Aufwand und Nutzen sofort positiv.
  • Verbundausbildung: Rechnet sich ab dem zweiten Ausbildungsjahr. Die Einrichtung eines Verbunds kostet Zeit: Verträge mit Partnern, Rotationspläne, Kammerabstimmung. Diese Setup-Kosten amortisieren sich erfahrungsgemäß gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres. Ab dem zweiten Jahrgang verteilen sich Setup-Aufwände auf mehrere Azubis und die Struktur läuft eingespielt weiter.
  • Einstiegsqualifizierung (EQ): Amortisiert sich bei Übernahme in die Ausbildung. Die Kosten einer viermonatigen EQ sind überschaubar und werden anteilig bezuschusst. Wird der Praktikant anschließend übernommen, entfällt das Einarbeitungsrisiko des ersten Ausbildungsjahres praktisch vollständig. Das ist der eigentliche ROI-Hebel.
  • Umschulung: Rechnet sich schneller als jede klassische Ausbildung. 1 bis 2 Jahre statt 3, Kosten oft extern gedeckt, erwachsene Lernende mit Berufserfahrung. Der Break-even liegt bei Umschulungen regelmäßig innerhalb der Umschulungszeit selbst, nicht erst danach.
  • Duales Studium: Rechnet sich langfristig, nicht kurzfristig. Höhere Investition in den Einzelnen, dafür hohe Bindungswirkung und schnelle Produktivität nach Abschluss. Der ROI entsteht in den Jahren 3 bis 5 nach Studienbeginn, also in der Regel ab dem ersten Festanstellungsjahr.

Die unsichtbaren Kosten: Was nicht auf der Rechnung steht

Zwei Kostenarten werden in Kalkulationen systematisch übersehen:

  • Die Kosten des Nicht-Ausbildens. Jede unbesetzte Stelle kostet Umsatz. Jede nicht ausgebildete Fachkraft muss später extern rekrutiert werden, zu deutlich höheren Kosten. Laut IW Köln entstehen in Deutschland jährlich rund 49 Milliarden Euro Produktivitätsverlust durch unbesetzte Stellen (Quelle: IW Köln, Kurzbericht „Die Kosten des Fachkräftemangels“, Mai 2024). Das ist die wahre Alternative zu Ausbildungsinvestitionen.
  • Die Kosten eines Abbruchs. Rund 30 % aller Ausbildungsverträge werden laut BIBB vorzeitig gelöst (Vertragslösungsquote, BIBB 2022). Jeder Abbruch bedeutet verlorene Investition, Neurekrutierung und Verzögerung der Fachkräftebasis. Formate wie AsA flex, EQ und BaE senken dieses Risiko messbar.

Förderanträge richtig stellen: 3 Praxistipps

  1. Frühzeitig bei der Kammer anfragen. IHK und HWK wissen, welche Landes-, Bundes- und EU-Programme aktuell laufen. Viele regionale Förderungen werden nicht prominent beworben.
  2. Anträge vor Ausbildungsbeginn stellen. Die meisten Förderungen sind nicht rückwirkend möglich. Wer den Antrag erst nach Vertragsunterzeichnung stellt, verliert oft den Anspruch.
  3. Kombinationen prüfen. EQ + AsA flex, Verbund + ÜBA, Umschulung + regionaler Zuschuss: Viele Formate lassen sich kombinieren. Die Agentur für Arbeit oder ein Bildungsträger hilft, die optimale Kombination zu finden.

Rechtliche Grundlagen kompakt: Die wichtigsten Paragrafen im Überblick

Alle flexiblen Ausbildungsformate fußen auf wenigen, klar umrissenen gesetzlichen Grundlagen. Hier die komprimierte Übersicht:

FormatZentrale RechtsgrundlageWas darin geregelt ist
Duale AusbildungBBiG (Berufsbildungsgesetz), HwO (Handwerksordnung)Ausbildungsvertrag, Rahmenpläne, Prüfungen, Rechte und Pflichten
Verbundausbildung§ 10 BBiG, § 27 Abs. 2 HwOArbeitsteilige Ausbildung durch mehrere Betriebe
Teilzeitausbildung§ 7a BBiGSeit 2020 für alle möglich, keine Begründungspflicht mehr
Verkürzung/Verlängerung§ 8 BBiGReduktion oder Streckung der Ausbildungsdauer
Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA)HwO, Kammerrecht, BundesförderrichtlinienLehrplaninhalte, Pflichtcharakter im Handwerk
Außerbetriebliche Ausbildung (BaE)§§ 76, 78 SGB IIIBerufsausbildung bei Bildungsträgern
Einstiegsqualifizierung (EQ)§§ 54a, 235b SGB IIIBetriebliches Langzeitpraktikum mit Perspektive
Assistierte Ausbildung (AsA flex)§§ 74, 75, 75a SGB IIIBegleitung vor und während der Ausbildung
Umschulung§ 81 SGB III, BBiGBerufliche Neuorientierung Erwachsener
Duales StudiumBBiG + LandeshochschulgesetzeKombination Ausbildung und Studium
PiA / Schulische AusbildungLandesrecht, Fachschulverordnungen, TVAöD / AVRSchulbasierte Ausbildung, teilweise mit Tarifvergütung

2 Gesetze, die Sie unbedingt kennen sollten

  • Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt alles, was mit dem dualen System zu tun hat. Jeder Ausbildungsvertrag, jede Prüfungsordnung, jedes Berichtsheft basiert darauf.
  • Das Dritte Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) regelt die Förderinstrumente. EQ, AsA flex, BaE, Umschulung – alle Geld- und Unterstützungsleistungen der Agentur für Arbeit stehen dort.

Koordinationspflichten: Wer muss eingebunden werden?

Je flexibler Ihr Ausbildungsformat, desto mehr Akteure mischen mit. Das ist gut, weil es Qualität sichert. Das ist aber auch eine Fehlerquelle, wenn Sie jemanden übersehen.

Immer einzubinden bei allen Formaten:

  • Zuständige Kammer (IHK oder HWK) für Eintragung, Genehmigung und Prüfungen
  • Berufsschule für Beschulungsplan und Klassenzuordnung
  • Azubi und ggf. gesetzliche Vertretung bei minderjährigen Azubis

Zusätzlich je nach Format:

  • Verbundpartner mit schriftlicher Kooperationsvereinbarung (Verbund)
  • Agentur für Arbeit / Jobcenter bei EQ, AsA flex, BaE, Umschulung
  • Bildungsträger bei AsA flex und BaE
  • Hochschule beim dualen Studium
  • Fachschule bei PiA und schulischer Ausbildung
  • Betriebsrat bei mitbestimmungspflichtigen Fragen im Betrieb

Dokumentation: Was muss schriftlich vorliegen?

Für jede Ausbildung:

  • Ausbildungsvertrag nach § 10 BBiG mit allen Pflichtbestandteilen
  • Betrieblicher Ausbildungsplan als Anlage zum Vertrag
  • Eintragung bei der Kammer in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse
  • Berichtsheft / Ausbildungsnachweis nach § 13 BBiG

Zusätzlich bei flexiblen Formaten:

  • Verbundvereinbarung mit allen Partnerbetrieben (schriftlich!)
  • Teilzeitvereinbarung mit konkreter Stundenregelung und Laufzeit
  • EQ-Vertrag als separater Vertragstyp (nicht identisch mit Ausbildungsvertrag)
  • Kooperationsvereinbarung mit Bildungsträger bei AsA flex und BaE
  • Studienvertrag bei dualem Studium, ergänzend zum Ausbildungsvertrag

💡 Praxis-Tipp: Digitale Ausbildungsmanagement-Systeme wie Talent2Go bilden alle Dokumentationspflichten automatisch ab – vom Ausbildungsplan über das digitale Berichtsheft bis zur Verbundrotation. Das spart nicht nur Zeit, sondern schützt vor genau den Fehlern, die gleich folgen.

Die 5 häufigsten Rechtsfehler in der Praxis

⚠️ Fehler 1: Keine oder verspätete Kammergenehmigung

Gerade bei Verbund- und Teilzeitmodellen wird die Kammer nicht rechtzeitig eingebunden. Folge: Der Ausbildungsvertrag wird nicht eingetragen, der Azubi kann formal nicht zur Prüfung zugelassen werden. Im schlimmsten Fall steht nach drei Jahren kein Abschluss, obwohl die Ausbildung inhaltlich vollständig war.

Gegenmaßnahme: Kammerabstimmung vor Vertragsunterzeichnung. Bei Verbünden inklusive Genehmigung des Ausbildungsplans.

⚠️ Fehler 2: Unklare Verantwortlichkeiten im Verbund

„Wer kümmert sich um das Berichtsheft? Wer macht Zwischengespräche? Wer meldet den Azubi zur Prüfung an?“ Wenn das nicht schriftlich geregelt ist, fällt es zwischen die Partner.

Gegenmaßnahme: In der Verbundvereinbarung konkret benennen: Leitbetrieb, Rotationszeiten, Ausbildungsbeauftragte bei jedem Partner, Verantwortliche für Kammerkommunikation.

⚠️ Fehler 3: Unvollständige Ausbildungsverträge bei flexiblen Formaten

Ein Standardvertrag für eine reguläre duale Ausbildung reicht bei flexiblen Formaten oft nicht. Teilzeitstunden, Verbundpartner, EQ-Besonderheiten müssen explizit geregelt werden.

Gegenmaßnahme: Vertragsmuster der Kammer nutzen oder durch die Kammer prüfen lassen. Diese Beratung ist kostenfrei und Teil der Kammerleistung.

⚠️ Fehler 4: Fehlende Dokumentation der Teilzeitvereinbarung

Teilzeitausbildung wird mündlich „irgendwie vereinbart“, statt sauber im Vertrag zu stehen. Folge: Bei Streitfällen oder Kammerprüfungen fehlt die Grundlage, die Teilzeit wird rückwirkend infrage gestellt.

Gegenmaßnahme: Schriftliche Vereinbarung mit exakter Stundenzahl, Verteilung auf die Wochentage und Regelung der verlängerten Ausbildungsdauer.

⚠️ Fehler 5: Ignorieren der EQ-Regeln

Eine EQ ist kein Praktikum im klassischen Sinn und auch keine Ausbildung. Wer sie wie ein normales Praktikum behandelt, riskiert Probleme mit der Agentur für Arbeit (Zuschuss wird zurückgefordert) und mit der Kammer (Anrechnung auf die spätere Ausbildung funktioniert nicht).

Gegenmaßnahme: EQ-Vertrag separat abschließen, Zeugnis nach § 235b SGB III ausstellen, Inhalte an einem anerkannten Ausbildungsberuf orientieren.

Entscheidungshilfe: Welches Format passt zu Ihrem Betrieb?

Theorie ist das eine, Entscheidung das andere. Die Vergleichstabelle aus Sektion 8 zeigt, was möglich ist. Dieser Abschnitt zeigt Ihnen, was sinnvoll ist – je nach konkreter Betriebssituation. Arbeiten Sie sich durch die folgenden typischen Szenarien. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich Ihr Betrieb in einem oder mehreren davon wiederfindet.

Der Schnell-Check: Ihre Situation, Ihr Format

Ihre AusgangslagePassendes FormatWarum
KMU mit SpezialisierungslückeVerbundausbildungAbdeckung aller Rahmenplaninhalte ohne eigene Vollausstattung
HandwerksbetriebÜBA / ÜLU prüfenIn vielen Berufen ohnehin Pflicht, meist gut gefördert
Familienfreundliches ProfilTeilzeitausbildungErschließt Eltern, Pflegende, Quereinsteiger als Bewerber
Azubi mit UnterstützungsbedarfAsA flexKostenlos, hohe Erfolgsquote, weniger Abbrüche
Kein eigener Ausbildungsplatz freiBaE-KooperationspartnerTalente kennenlernen, später gezielt übernehmen
Akuter FachkräftemangelUmschulungSchnellster Weg zur fertig ausgebildeten Fachkraft
Nachwuchs unsicher, Einstieg schwierigEinstiegsqualifizierung (EQ)4–12 Monate Testlauf mit Perspektive
Akademisch starke Talente bindenDuales Studium / KOADoppelabschluss, hohe Bindungswirkung
Pflege, Soziales, PädagogikPiA / Schulische AusbildungBranchenstandard, geringere Direktkosten

6 typische Betriebsszenarien im Detail

🏭 Szenario 1: Der spezialisierte Maschinenbauer

„Wir haben 40 Mitarbeiter und sind hochspezialisiert auf Zerspanungstechnik. Einen eigenen Konstruktionsbereich haben wir nicht, der gehört aber zum Ausbildungsrahmenplan.“

Verbundausbildung, idealerweise als Leitbetrieb mit einem größeren Unternehmen oder einem Bildungsträger als Partner. Der Konstruktionsanteil wird für sechs bis acht Monate ausgelagert, der Rest bleibt bei Ihnen. Ergänzend prüfen, welche ÜBA-Kurse die IHK anbietet.

🔨 Szenario 2: Der Dachdeckerbetrieb mit 12 Mitarbeitern

„Wir wollen ausbilden, aber bestimmte Techniken wie Gerüstbau und spezielle Abdichtungen können wir gar nicht zeigen, die kommen in unseren Projekten fast nie vor.“

Klassische duale Ausbildung + ÜLU als Pflichtprogramm. In vielen Handwerksberufen ist die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung verpflichtend und löst dieses Problem automatisch. Termine frühzeitig mit der HWK abstimmen und in die Projektplanung integrieren.

👨‍👩‍👧 Szenario 3: Die familienfreundliche Steuerkanzlei

„Wir haben 25 Mitarbeiter, fast alle Frauen mit Kindern. Uns wäre wichtig, auch Azubis anzusprechen, die nicht 40 Stunden können.“

Teilzeitausbildung aktiv anbieten. In Stellenanzeigen explizit erwähnen, Ausbildungsleiter auf § 7a BBiG schulen, Kammerkontakt aufbauen. Gerade in kaufmännischen Berufen funktioniert Teilzeit reibungslos. Nebeneffekt: enormer Imageschub als Arbeitgebermarke.

🍽️ Szenario 4: Der Gastronom mit Fluktuation

„Wir finden Azubis, aber die Hälfte bricht innerhalb des ersten Jahres ab. Oft wegen sprachlicher Schwierigkeiten oder persönlicher Probleme.“

AsA flex einsetzen. Bei der nächsten Einstellung direkt beim Vertragsabschluss AsA flex bei der Agentur für Arbeit beantragen. Der Bildungsträger übernimmt Stützunterricht und sozialpädagogische Begleitung. Die Abbruchquote sinkt messbar – für den Betrieb komplett kostenlos.

🏗️ Szenario 5: Das Industrieunternehmen mit Engpass

„Uns fehlen acht Metallbauer. Das duale System liefert uns zu wenig, zu langsam.“

Dreigleisig fahren: Umschulung + BaE-Kooperation + EQ. Umschulungsplätze über die Agentur für Arbeit ausschreiben, mit einem regionalen Bildungsträger BaE-Kooperationen aufbauen und EQ-Plätze anbieten. Nach 12 bis 18 Monaten haben Sie mehrere Kanäle parallel laufen, die sich in der Wirkung addieren.

💻 Szenario 6: Der Softwaredienstleister mit Wachstum

„Wir brauchen IT-Nachwuchs, aber nicht nur Hände, sondern Köpfe. Führungspotenzial, eigenständiges Denken.“

Duales Studium mit Hochschulpartner. Kombination aus Fachinformatiker-Ausbildung und Informatik-Bachelor. Hohe Investition pro Person, aber mit Übernahmequoten über 80 Prozent und schneller Produktivität nach dem Abschluss. Für wachsende IT-Firmen oft der effektivste Weg zum strategischen Nachwuchs.

Die 4 Leitfragen, die die Entscheidung klären

Frage 1: Können wir alle Ausbildungsinhalte im eigenen Betrieb vermitteln?
❌ Nein → Verbundausbildung oder ÜBA prüfen
✅ Ja → Weiter zu Frage 2

Frage 2: Gibt es Bewerbergruppen, die wir aktuell nicht erreichen?
✅ Ja → Teilzeitausbildung, BaE-Kooperation oder Umschulung ergänzen
❌ Nein → Weiter zu Frage 3

Frage 3: Haben wir überdurchschnittliche Abbrüche oder Prüfungsprobleme?
✅ Ja → AsA flex systematisch einbinden
❌ Nein → Weiter zu Frage 4

Frage 4: Brauchen wir strategisches Führungs- oder Spezialpotenzial?
✅ Ja → Duales Studium / Kooperative Ausbildung prüfen
❌ Nein → Die klassische duale Ausbildung deckt den Bedarf gut ab

Der strategische Blick: Kombinieren statt entscheiden

Der häufigste Denkfehler in der Ausbildungsstrategie: Betriebe fragen sich, welches eine Format sie wählen sollen. Die bessere Frage lautet: Welche Formate kombinieren wir für welche Bedarfe? Die besten Ausbildungsbetriebe nutzen regelmäßig drei bis fünf Formate parallel:

  • Duale Ausbildung als Basis
  • Verbundausbildung oder ÜBA zum Schließen inhaltlicher Lücken
  • Teilzeitausbildung für die erweiterte Bewerbergruppe
  • AsA flex als Sicherheitsnetz bei Unterstützungsbedarf
  • Umschulung oder BaE für den akuten Fachkräftebedarf

Das wirkt auf den ersten Blick komplex. Es ist aber genau diese strategische Vielfalt, die den Unterschied macht zwischen Betrieben, die Ausbildung als Bürde erleben, und Betrieben, die Ausbildung als strategischen Wettbewerbsvorteil aufbauen.

Praxisleitfaden: In 5 Schritten zum richtigen Ausbildungsformat

Genug Theorie. 5 Schritte, ab morgen umsetzbar.

Schritt 1: Bedarf ehrlich analysieren

Nicht nur fragen: „Wen suchen wir?“ Sondern auch: „Was fehlt uns?“ Drei Ebenen reichen:

  • Bewerber: Wie viele Bewerbungen kommen rein, welche Gruppen erreichen Sie gar nicht?
  • Kapazität: Wie viele Azubis können Sie personell wirklich betreuen?
  • Inhalte: Welche Rahmenplan-Inhalte decken Sie ab, welche nicht?

⚠️ Der häufigste blinde Fleck: Betriebe überschätzen, was sie selbst abdecken können.

Schritt 2: Kammer und Partner frühzeitig einbinden

Vier Anrufe in den ersten zwei Wochen – in dieser Reihenfolge:

  1. Kammer (IHK / HWK)
  2. Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit
  3. Berufsschule
  4. Mögliche Verbundpartner oder Bildungsträger

Schritt 3: Ausbildungsformat auswählen (oder kombinieren)

Nutzen Sie den Entscheidungsbaum aus Sektion 11 und die Vergleichstabelle aus Sektion 8. Drei Prinzipien:

  • In Jahrgängen denken, nicht in Einzelfällen. Strukturen lohnen sich ab zwei bis drei Azubis pro Jahr.
  • Kombinieren, nicht entscheiden. Duale Basis + Verbund für Spezialinhalte + AsA flex als Sicherheitsnetz.
  • Entscheidung schriftlich festhalten. Eine Seite reicht, schützt aber vor Richtungswechseln.

Schritt 4: Digitale Verwaltung aufsetzen

Verbundrotationen, Teilzeitmodelle, AsA-flex-Kooperationen. Das alles lässt sich in Excel abbilden, aber nicht gut und nicht lange. Was Sie brauchen:

💡 Genau dafür gibt es Talent2Go. Alle flexiblen Ausbildungsformate in einem System, ohne Medienbruch, ohne Doppeleingaben.

Schritt 5: Erfolg messen

Was nicht gemessen wird, wird nicht gesteuert. Die sechs Kennzahlen, die zählen:

KennzahlZielwert
Bewerbungen pro Stelle8–15
Annahmequote> 70 %
Abbruchquotedeutlich unter 30 %
Bestehensquote> 90 %
Übernahmequote> 70 %
Kosten pro Azubi (nach Förderung)individuell kalkulieren

Einmal pro Jahr auswerten, eine Stellschraube bewusst drehen. Das reicht.

Typische Timeline: Vom Startschuss zum ersten Azubi

ZeitpunktAktivität
Monat 1Bedarfsanalyse, erste Gespräche
Monat 2Formatentscheidung
Monat 3Digitale Tools einführen
Monat 4–5Ausschreibung, Auswahl, Vertrag
Monat 6Ausbildungsstart
Ab Monat 18Erste KPI-Auswertung

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Ausbildungsformaten

Sabine - Co-Founderin von Talent2Go und Ausbildungs-Expertin
Sabine – Co-Founderin von Talent2Go und Ausbildungs-Expertin

Sabine Furtwängler, Co-Founderin von Talent2Go und seit über 15 Jahren in der Berufsbildung aktiv, beantwortet die Fragen, die Ausbildungsverantwortliche am häufigsten stellen.

Was ist Verbundausbildung einfach erklärt?

Mehrere Betriebe bilden gemeinsam aus. Jeder Partner übernimmt die Ausbildungsinhalte, die er am besten vermitteln kann. Der Ausbildungsvertrag läuft in der Regel bei einem Leitbetrieb, der Azubi rotiert zwischen den Partnern. So können auch kleine oder spezialisierte Betriebe eine vollwertige Ausbildung anbieten. Rechtliche Grundlage: § 10 BBiG.

Welche 4 Formen der Verbundausbildung gibt es?

Es gibt vier anerkannte Modelle: Leitbetrieb mit Partnerbetrieben (ein Hauptbetrieb trägt die Verantwortung, Partner ergänzen einzelne Abschnitte), Auftragsausbildung (einzelne Ausbildungsabschnitte werden gegen Kostenerstattung ausgelagert – mit rund 40 % das häufigste Modell), Ausbildungsverein (ein eingetragener Verein koordiniert, Mitgliedsfirmen führen die Ausbildung durch) und Ausbildungskonsortium (gleichberechtigte Betriebe tauschen Azubis für bestimmte Phasen untereinander aus).

Was ist der Unterschied zwischen überbetrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung?

Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA): Der Azubi hat einen regulären Ausbildungsbetrieb und besucht zusätzlich spezialisierte Bildungszentren.

Außerbetriebliche Ausbildung (BaE): Der Azubi hat keinen Ausbildungsbetrieb, die gesamte Ausbildung läuft bei einem Bildungsträger der Agentur für Arbeit.

Kurz: ÜBA ergänzt, BaE ersetzt.

Wann ist die überbetriebliche Ausbildung Pflicht?

In den meisten Handwerksberufen ist die ÜBA (auch ÜLU genannt) verpflichtend und im Ausbildungsrahmenplan festgeschrieben. Dachdecker, Elektroniker, Maler, Friseure und viele weitere Berufe haben feste ÜBA-Blöcke. Auskunft gibt die zuständige Handwerkskammer oder der Ausbildungsvertrag. Fehlzeiten ohne triftigen Grund können als Pflichtverletzung gewertet werden.

Wie funktioniert Teilzeitausbildung im Betrieb?

Betrieb und Azubi vereinbaren eine reduzierte wöchentliche Arbeitszeit (mindestens 50 % der regulären Stunden). Die Ausbildungsdauer kann sich auf bis zu das 1,5-Fache verlängern. Die Ausbildungsvergütung wird anteilig gezahlt. Die Berufsschule läuft in der Regel weiter in Vollzeit. Rechtliche Grundlage: § 7a BBiG.

Verlängert sich die Ausbildungszeit bei Teilzeit immer?

Meistens ja, aber nicht zwingend. Die maximale Verlängerung beträgt das 1,5-Fache der regulären Ausbildungsdauer. Bringt der Azubi Vorqualifikationen mit (z. B. Abitur oder einen anderen Berufsabschluss), kann nach § 8 BBiG gleichzeitig verkürzt werden. Verkürzung und Teilzeit schließen sich nicht aus.

Kann jeder eine Teilzeitausbildung beantragen?

Ja. Seit der BBiG-Reform 2020 ist keine Begründung mehr nötig. Eltern, Pflegende, Menschen mit Einschränkungen, Sprachkursteilnehmer oder Quereinsteiger können Teilzeit vereinbaren. Voraussetzung ist nur, dass Betrieb und Azubi sich einig sind und die Kammer den angepassten Ausbildungsplan genehmigt.

Welche Förderung gibt es für die Verbundausbildung?

Förderungen sind regional unterschiedlich. Zu den wichtigsten Quellen zählen der Europäische Sozialfonds (ESF+), länderspezifische Programme (in Nordrhein-Westfalen etwa bis zu 4.500 Euro pro Verbundmaßnahme; bitte aktuellen Stand bei der zuständigen IHK/HWK erfragen), Kammerprogramme und Bundesinitiativen wie JOBSTARTER plus. Erste Anlaufstelle ist immer die zuständige IHK oder HWK.

Kann man als kleines Unternehmen trotzdem ausbilden?

Ja, und zwar genau durch die flexiblen Formate. Verbundausbildung schließt Kapazitäts- und Spezialisierungslücken, AsA flex kostet den Betrieb nichts und BaE-Kooperationen geben Zugang zu Azubis ohne eigene Ausbildungsverantwortung. Kleine Betriebsgröße ist heute kein Ausbildungshindernis mehr, sondern eine Frage der richtigen Formatwahl.

Wie viele Betriebe können sich an einem Ausbildungsverbund beteiligen?

Rechtlich gibt es keine Obergrenze. Üblich sind Verbünde aus zwei bis fünf Partnerbetrieben, in größeren Modellen (z. B. Ausbildungsvereinen) auch zwanzig oder mehr. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass alle Partner schriftliche Vereinbarungen haben und die Kammer den gemeinsamen Ausbildungsplan genehmigt.

Fazit: Zeit, neu zu denken

Die Wahrheit ist unbequem: Die klassische Ausbildung allein reicht nicht mehr. Zu wenige Bewerber, zu viele Abbrüche, zu starre Strukturen für die Lebensrealität junger Menschen im Jahr 2026.

Die gute Nachricht: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Neun Ausbildungsformate stehen Ihnen heute zur Verfügung, erprobt, gefördert und rechtlich abgesichert. Ob Verbundausbildung für den kleinen Spezialbetrieb, Teilzeitausbildung für neue Zielgruppen oder AsA flex für Azubis, die ein bisschen mehr Rückenwind brauchen. Für jedes Problem gibt es eine Antwort.

Was Ausbildungsbetriebe voneinander unterscheidet, ist nicht mehr die Frage, ob sie ausbilden. Sondern wie klug sie ausbilden. Wer die passenden Formate kombiniert, gewinnt Azubis, die andere nicht einmal sehen. Wer sie ignoriert, kämpft in drei Jahren auf dem externen Arbeitsmarkt um dieselben Fachkräfte, zu deutlich höheren Kosten.

Flexibilität ist 2026 kein Bonus mehr. Sie ist das neue Normal.

Hier setzt Talent2Go an

Je flexibler Ihre Ausbildung, desto wichtiger wird eine Software, die mitdenkt. Genau das ist Talent2Go. Die einzige Plattform, die speziell für Ausbildungsbetriebe entwickelt wurde und alle neun Formate in einem System abbildet.

Ausbildungs- und Einsatzplanung, Verbundrotationen, digitale Berichtshefte, Prüfungsvorbereitung, Beurteilungen, Talentförderung. Alles an einem Ort, für Sie und Ihre Azubis.

Ausbildungsbetriebe verschiedener Branchen vertrauen bereits auf Talent2Go. Für weniger Verwaltungsaufwand. Für stärkere Azubi-Bindung. Für eine Ausbildung, die Persönlichkeiten formt statt nur Vorgänge dokumentiert.

Talent2Go 2.0: Next Level Ausbildungsmanagement
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