Digitalisierung und New Work – So verändert die Digitalisierung das Arbeitsleben

New Work
New Work

Die Digitalisierung hat einen großen Einfluss auf die Arbeitswelt. Denn, während um uns herum alles digitalisierter wird, eröffnen sich auch für Arbeitgeber:innen immer mehr Perspektiven und Möglichkeiten. “New Work” war ursprünglich das Konzept des Sozialphilosophen Frithjof Bergmann und verkörperte eine Arbeitseinstellung, die den Menschen und seinen Wunsch nach Erfüllung und Sinnhaftigkeit in den Hauptfokus stellt. 

Der Begriff “New Work” ist mittlerweile der Schlüsselbegriff für fortschrittliches, digitales Arbeiten und den Wandel des Arbeitsalltag. Aber was genau hat sich denn verändert?

 

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie “New Work” aussieht 
  • Welche Vorteile “New Work” hat
  • Wo eventuelle Nachteile und Gefahren liegen

 

New Work – Was hat sich verändert?

Zu Beginn unseres Artikels möchten wir einen Blick darauf werfen, was eigentlich so “new” an New Work ist: Was ist neu im Vergleich zum Alten? Wo gibt es die größten Veränderungen? Was ist neu dazu gekommen?

 

Interne Strukturen und Hierarchie 

Die Ausrichtung der Arbeit nach dem “New Work” Konzept setzt zu Beginn vor allem eine Änderung interner Strukturen voraus. Eine strenge Hierarchie, wie sie lange Zeit üblich war, passt nicht mehr in den neuen Arbeitsstil hinein. Partizipation und Transparenz auf allen Ebenen sind Grundlage der neuen internen Struktur. Mitarbeiter:innen können initiativ Änderungen vorschlagen und werden miteinbezogen. Dazu gehört auch eine offene Feedbackkultur, die wir hier in einem anderen Artikel bereits ausführlich thematisiert haben.

 

Anderer Führungsstil

Neben der Abwendung von der Hierarchie sollte die Führung des Unternehmens auch offener gestaltet werden. Der Betrieb benötigt nicht nur einen “Digital Leader”, also jemanden, der die Digitalisierung immer weiter vorantreibt und fortschrittlich denkt und arbeitet, sondern auch Führungskräfte, die nicht mehr als Kontrolleur:innen fungieren, sondern eher coachen, statt befehlen. Eine Führung auf Augenhöhe mit Wertschätzung für die Mitarbeiter:innen gepaart mit digitaler Kompetenz und Wunsch nach Innovation ist die Führung ganz nach dem Prinzip des New Work.

 

Arbeitszeit

Die Digitalisierung sorgt ohne Frage für flexible Arbeitszeiten. Das Gleitzeit Modell, also dass es keinen festen Arbeitsbeginn gibt, ist hierfür nur eine Möglichkeit. Auch der 6 Stunden Tag oder die 4 Tage Woche passen zur New Work Mentalität und werden durch Konzepte wie Job-Sharing (zwei Mitarbeiter:innen besetzen die selbe Position) ermöglicht. 

Dass viele Aufgaben erledigt werden können, wann immer man Netz hat, sorgt im Zeitalter der Digitalisierung für große Flexibilität bei der Arbeitszeit. Hier gibt es gerade in Lernphase für Auszubildende tolle Möglichkeiten New-Work-Ideen schon früh mit in die Ausbildung zu bringen.

 

Arbeitsumfeld/Arbeitsort

Eine Internetverbindung ist nicht nur die Grundlage für flexible Arbeitszeiten, sondern auch für verschiedene Arbeitsorte. Auch hier gibt es verschiedene Konzepte, die aufgrund der Digitalisierung möglich sind und für große Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen sorgen. 

Ein Ansatz ist das Home-Office, welches sich besonders in Pandemie-Zeiten bewährt hat. Benötigt werden nur ein Laptop und eine Internetverbindung. Home-Office ist nicht nur sehr beliebt, sondern auch praktisch: Immerhin braucht es keine Anfahrtszeit und birgt für die Mitarbeiter:innen kaum einen Aufwand. 

Aber auch innerhalb des Betriebes ist das Prinzip eines flexiblen Arbeitsortes verbreitet. Das sogenannte “Desk Sharing”, was zum Beispiel bei Microsoft schon an der Tagesordnung ist, sieht eine täglich neue Wahl des Arbeitsplatzes vor. Diese Methode hängt auch mit flexibler Arbeitszeit zusammen und schafft so eine dynamisch wechselnde Arbeitsatmosphäre. 

Auch beliebt sind Co-Working Spaces, also Büroräume, die auch mit anderen Firmen oder Firmenmitarbeitern geteilt werden und motivationssteigernd wirken sollen.

 

Wechselnde Aufgaben – fluide Teams, mixed teams

Während in vielen Betrieben noch alle Aufgaben streng verteilt sind, sieht das Zukunftsmodell fluide Teams vor. Es gibt also Projektteams, die aufgrund der Einzelkompetenzen der mitwirkenden Mitarbeiter:innen gebildet werden. So kommt es zu immer neuen und wechselnden Teamkonstellationen, was nicht nur für Abwechslung, sondern auch Vielseitigkeit, Kreativität und bestmögliche Ergebnisse sorgt. Die verschiedenen Hintergründe der Einzelpersonen, ihre Einstellungen, ihre Heterogenität und ihre Hintergründe ermöglichen spannende Diskurse und Lösungen für verschiedenste Probleme. Gerade hier gibt es gute Möglichkeiten Auszubildende während ihrer Ausbildungszeit schon früh in unterschiedliche Projektteams zu bringen, sodass sie alle Mitarbeiter:innen und eine Vielfalt an internen Prozessen kennenlernen können.

 

Anforderungen an die Mitarbeiter:innen

Die Digitalisierung bringt natürlich auch Anforderungen an die Mitarbeiter:innen. Der Kampf mit dem Drucker sollte der Vergangenheit angehören – es erfordert technische Kompetenzen und Versiertheit, um effektiv und produktiv arbeiten zu können. Gerade ältere Generationen, die nicht digitalisiert aufgewachsen sind, benötigen Einführungen und auch Zeit, den technischen Herausforderungen zu begegnen. Eine Idee ist es, ein Azubi-Tandem aufzubauen, indem Auszubildende als “digital natives” ihr Wissen und Ihre Erfahrungen teilen und im Gegenzug wertvolles Erfahrungswissen aus jahrelanger Unternehmens- und Berufserfahrung von älteren Kolleg:innen mitnehmen können. So profitieren alle Seiten! Da gerade der Austausch im Team bei Azubis hoch im Kurs steht, wie auch unser Blogartikel zeigt, ist das eine gute Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

 

“Work Life Blending”

Beim Work Life Blending werden Arbeitszeit und Freizeit miteinander verknüpft oder eher gesagt: Sie verschmelzen ineinander. Das bedeutet: Während der Arbeitszeit dürfen sich die Mitarbeiter:innen auch private Pausen nehmen, in denen sie surfen oder telefonieren. Im Umkehrschluss müssen sie aber auch dafür bereit sein, nach Arbeitsende noch geschäftliche Telefonate anzunehmen. 

 

Nicht fest angestellte Mitarbeiter:innen – Crowdworker oder Freelancer

Immer häufiger werden Arbeiten, die kein internes Firmenwissen benötigen, von externen Arbeitskräften, wie Crowdworkern oder Freelancern erledigt. Diese können überall auf der Welt verstreut arbeiten und sind nur virtuell mit der Firma in Kontakt. 

 

Selbstständiges Arbeiten

Das große Vertrauen in die Mitarbeiter bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsort setzt die Fähigkeit der Mitarbeiter:innen voraus, selbstständig zu arbeiten. Es wird von den Arbeitenden erwartet, nicht nur feste Aufgabenstellungen zu bewältigen, sondern selbst vorauszudenken, die bestmögliche Lösung für Probleme zu finden und Arbeitsschritte selbst vorauszusehen und zu bewerkstelligen. 

 

Neue Arbeitsmentalität

Auch die Mentalität der Mitarbeiter:innen ist im Konzept “New Work” eine andere. Die Arbeit ist nicht nur ein Instrument, um am Ende des Monats Geld auf dem Konto zu haben, sondern soll auch Spaß und Erfüllung bringen. Selbstverwirklichung ist hier das Schlüsselwort. Das umfasst auch Fortbildungen und Weiterbildungen und den Wunsch, immer neues Wissen zu erlangen und dies kreativ einzusetzen. Die vielen Möglichkeiten der Digitalisierung machen es möglich und sind gerade für junge Mitarbeiter:innen ein entscheidender Punkt bei der Arbeitgeberwahl. Hier können Sie als Unternehmen zeigen, dass Sie nicht nur nach außen neu und innovativ wirken, sondern New Work wirklich leben.

 

Vorteile der Digitalisierung und New Work

All diese Veränderungen bringen selbstverständlich Vor- und Nachteile mit sich, sowie Chancen und Risiken. Als Unternehmen gilt es, sich nicht nur die Vorteile vor Augen zu führen, sondern auch die Herausforderungen nicht aus den Augen zu verlieren. Damit das nicht passiert, stellen wir hier bewusst Vor- und Nachteile von New Work vor. Denn eine Sache hat sich bisher noch immer bewarhheitet: Es gibt kaum Dinge, die nur positiv oder nur negativ sind. Es geht immer darum, eine ausgewogene Balance zu finden. Wir sind davon überzeugt, dass Sie mit guten Management sehr viele der Vortile von New Work nutzen können, die eindeutig mögliche Nachteile oder Hürden übertreffen.

 

Flexibilität 

Arbeiten – wann und wo es eine Internetverbindung gibt. Diese Möglichkeit sorgt für große Flexibilität und Freiheit, vor allem für berufstätige Elternteile oder Mitarbeiter:innen mit langer Anfahrt. Die damit einhergehende Selbstständigkeit ist ein weiterer Vorteil und sorgt für große Freude an der Arbeit. 

 

Arbeitsatmosphäre

Eine Abwendung von der Hierarchie und eine wertschätzende Einstellung gegenüber den Mitarbeiter:innen kann für eine angenehmere Arbeitsatmosphäre sorgen. Kreativität und Selbstständigkeit werden begrüßt und Einzigartigkeit ist erwünscht. New Work ist somit sehr inkludierend.

 

Kreativität

Durch die vielen Herausforderungen, aber auch Chancen, die durch Digitalisierung und New Work auf die einzelnen Mitarbeiter:innen zukommen, können diese kreativ arbeiten und vernetzt mit verschiedensten Personen zusammenarbeiten. Sie werden dazu angehalten, innovativ zu arbeiten und haben so einen vielseitigen, kreativen Arbeitsalltag. 

 

Work-Life-Balance

Das flexible Arbeiten zum Beispiel im Homeoffice kann für eine bessere Work-Life-Balance sorgen, ein Garant für (mentale) Gesundheit und effektiveres Arbeiten. 

 

Nachteile der Digitalisierung und New Work

Wie oben bereits erwähnt, wollen wir auch hier mögliche “Nachteile” bzw. Risiken nicht außer Acht lassen. Hier geht es nicht darum Angst zu machen, sondern klar aufzuzeigen, dass es wie so häufig zwei Seiten einer Medaille geht. Gerade wenn Sie New-Work-Ansätze und -Konzepte in der Ausbildung ausprobieren und integrieren, empfehlen wir, dass Sie mögliche Herausforderungen offen ansprechen und mit Ihren Azubis besprechen.

 

Druck durch ständige Erreichbarkeit

Die eben genannte Work-Life-Balance kann viele Vorteile bieten, aber hier und da auch mal dazu führen, dass man zu viel oder zu lange arbeitet und seine Pausenzeiten überspringt. Die ständige Erreichbarkeit durch die Digitalisierung ruft großen Druck hervor und macht ein Abschalten oft schwer. Daher sollten die Arbeitgeber:innen und Personaler:innen dazu auffordern, auch mal “den Stecker zu ziehen” und abzuschalten.

 

Hohe technische Kompetenz erforderlich

Da in der Digitalisierung stetig neue Tools hinzukommen und die Arbeit völlig umgekrempelt wird, erfordert es eine hohe Anpassungsfähigkeit und technische Versiertheit der Mitarbeiter:innen. Sie müssen bereit sein, sich kontinuierlich weiterzubilden, um mit den technischen Neuerungen mitzuhalten. Die wichtigsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts zeigen, dass die Arbeitswelt im Wandel ist und man sich kontinuierlich neu anpassen können muss, um mitzuhalten.

 

Selbstdisziplin und Selbstmanagement erforderlich

Dem Vertrauen, was durch Gleitzeitmodelle oder flexibles Arbeiten in die Mitarbeiter gesetzt wird, müssen diese mit Selbstdisziplin und Selbstmanagement begegnen. Denn die wenige Kontrolle und die Ungebundenheit an Zeiten und Orte sorgt schnell für eine eher lässige Einstellung gegenüber der Arbeit. Damit effektiv und produktiv gearbeitet wird, müssen die Mitarbeiter:innen sich selbst gut organisieren. Aber auch dafür gibt es – ganz gemäß dem Zeitalter der Digitalisierung- mittlerweile natürlich Programme oder Apps.

 

Wenig(er) soziale Interaktion 

Home-Office, Freelancing, Crowdworking. Alle diese Arbeitsmodelle, die nur eine virtuelle Anwesenheit erfordern und weniger auf persönlichen Kontakt setzen, können für Einsamkeit und wenig Interaktion sorgen. Eine Lösung bieten die Coworking Spaces oder feste Teamtage im Büro.

 

Die Zukunft gehört dem New Work. Rationales, stumpfes Arbeiten scheint Vergangenheitsmusik. Das Karrieremodell wirkt für viele immer weniger erstrebenswert und der Sinn und Spaß der Arbeit stehen im Vordergrund. Immer mehr Betriebe versuchen Teile der New Work Strategie umzusetzen. Gerade eine Integration in die eigene Ausbildung kann eine tolle Möglichkeit darstellen, bei den zukünftigen Fach- und Führungskräften von morgen mit innovativen Konzepten zu punkten.

Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie Lust, mehr digitale Elemente in Ihre Ausbildung zu bringen? 

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