Ausbilder:innen im Fokus: Welche Skills sind heute wichtig?

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Ausbilderinnen im Fokus Welche Skills sind heute wichtig
Inhaltsverzeichnis

Erfahren Sie, welche pädagogischen und fachlichen Kompetenzen für Ausbilder:innen heute wichtig sind. Von Kommunikationsfähigkeit bis zu digitalen Skills – alles, was Sie für sich und Ihre Azubis wissen müssen.

Die Rolle von Ausbilder:innen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. In einer zunehmend komplexen und digitalen Arbeitswelt sind neue Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt, um junge Menschen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Um diesem Wandel gerecht zu werden, wurde vor kurzem beispielsweise auch die Ausbildungsordnung für Industriekaufleute modernisiert, die zum 1. August 2024 in Kraft tritt. Was genau heißt dieser Wandel also für alle, die Azubis während ihrer Ausbildungszeit begleiten?

Diese Frage möchten wir hier im Blog aufgreifen und die wichtigsten Skills beleuchten, die Ausbilder:innen heute mitbringen sollten und gleichzeitig aufzeigen, welche Schlüsselkompetenzen bei Azubis gefördert werden müssen. Ziel ist es, Personalverantwortlichen, Ausbildungsleiter:innen und allen, die mit Azubis im Betrieb zu tun haben, wertvolle Einblicke und praxisnahe Tipps zu geben.

Was macht man als Ausbilder:in?

Als Ausbilder:in übernehmen Sie eine Vielzahl von Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Dazu gehören u.a. die Ausbildungsplanung, die Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen, die Betreuung und Förderung und Entwicklung der Azubis, sowie die Zusammenarbeit mit Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Im Zeitalter des Fachkräftemangel gewinnt außerdem das Thema Ausbildungsmarketing immer mehr an Bedeutung – im Gen Z Recruiting häufig via Social Media.

In verschiedenen Branchen können die spezifischen Aufgaben variieren, jedoch bleibt die Kernaufgabe für die Ausbildung stets die gleiche: Junge Menschen fachlich und persönlich auf das Berufsleben vorzubereiten. Ein:e Ausbilder:in ist zugleich Lehrer:in, Coach und Mentor:in, der oder die sowohl fachliche Kenntnisse vermittelt als auch soziale und methodische Kompetenzen fördert. 

Wann bin ich Ausbilder:in?

Um in Deutschland als Ausbilder:in tätig zu sein, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Alle Fragen zur fachlichen Eignung sind detailliert gesetzlich und in Verordnungen festgehalten, die regelmäßig an aktuelle Entwicklungen angepasst werden – so gab es beispielsweise zuletzt 2020 eine Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Welche persönlichen Eigenschaften relevant sind, kann verständlicherweise wesentlich weniger stark reglementiert sein, daher werfen wir im zweiten Teil dieses Blogs hier einen besonderen Blick drauf. 

Fachliche Eignung als Ausbilder:in

Zu den fachlichen Eignungen gehören in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung im entsprechenden Fachgebiet sowie eine berufspädagogische Qualifikation. Rechtliche Rahmenbedingungen sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgelegt, was die allgemeinen Rahmenbedingungen für die berufliche Bildung schafft. “Ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich dazu geeignet ist”, heißt es dort in §28.

  • Die berufliche Eignung kann über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung nachgewiesen werden. Im Handwerk darf ausbilden, wer die Meisterprüfung in dem Handwerk, in dem ausgebildet werden soll, bestanden hat.
  • Zur fachlichen Eignung gehören die berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse. Worin diese konkret bestehen und wie der Nachweis hierfür erbracht werden kann, gibt die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) vor.

Wer Ausbilder:in sein will, muss im Rahmen der Ausbilder-Eignungsprüfung zeigen, dass er oder sie eine Berufsausbildung selbständig planen, durchführen und kontrollieren kann. Dazu zählen die folgenden vier Handlungsfelder:

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,
  • Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken,
  • Ausbildung durchführen und
  • Ausbildung abschließen.

Details, was genau sich hinter diesen vier Punkten verbirgt, gibt es im Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), der beispielsweise hier im Bundesanzeiger abgerufen werden kann.

Persönliche Eignung als Ausbilder:in

Neben den vorgegebenen fachlichen Qualifikationen müssen Ausbilder:innen vor allem auch bestimmte persönliche Eigenschaften mitbringen, wie Geduld, Empathie oder eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit. Ausbilder:innen müssen in der Lage sein, sich in die Lage ihrer Azubis zu versetzen, um ihre Bedürfnisse zu erkennen und sie entsprechend zu unterstützen, und auch, um frühzeitig Potenziale zu entdecken und auszubauen. Auch Konfliktfähigkeit und Durchsetzungsvermögen sind wichtige Eigenschaften, um in schwierigen Situationen angemessen reagieren zu können. 

Und wie in fast jedem Berufsbild ist vor allem auch das Thema “Lebenslanges Lernen” besonders relevant, denn unsere Arbeitswelt und die Azubigenerationen entwickeln sich stetig weiter. Für viele hört daher ihr Weg zum Ausbilder bzw. zur Ausbilderin nicht nach den notwendigen fachlichen Qualifikationen auf, sondern ist geprägt von regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen, die auf die pädagogischen und didaktischen Anforderungen des Berufs abgestimmt sind.

Für Ausbilder:innen und Azubis gleichermaßen relevant sind die sogenannten vier Ks (im englischen Original die vier Cs), die wir hier im Talent2Go Blog bereits im Details vorgestellt haben. Um die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lösen zu können, braucht es eine Vielzahl an Kompetenzen, allen voran: Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration. Was darüber hinaus für Ausbilder:innen und Azubis im Fokus stehen sollte, haben wir hier ergänzend zusammengestellt.

Pädagogische Kompetenzen als Schlüsselqualifikation

Pädagogische Kompetenzen sind heute wichtiger denn je. Sie ermöglichen es Ausbilder:innen, den Lernprozess der Azubis aktiv zu gestalten und individuelle Lernbedarfe zu berücksichtigen. Methoden der Erwachsenenbildung, wie beispielsweise die Anwendung von didaktischen Konzepten und Lernpsychologie, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Ein tiefes Verständnis für die Lernprozesse und -strategien hilft dabei, die Ausbildung effektiv und nachhaltig zu gestalten. 

Lernpsychologie verstehen

Ein grundlegendes Verständnis der Lernpsychologie ist für Ausbilder:innen essentiell, denn jede:r Azubi ist einzigartig und hat unterschiedliche Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen. Es hilft zu verstehen, wie Lernprozesse ablaufen und wie unterschiedliche Lerntypen optimal gefördert werden können. Ausbilder:innen sollten in der Lage sein, die Ausbildung individuell anzupassen und auf die spezifischen Stärken und Schwächen der Azubis einzugehen, beispielsweise durch individuelle Entwicklungspläne und regelmäßige Feedbackgespräche. 

Kommunikationsfähigkeit stärken

Gute Kommunikationsfähigkeiten sind für Ausbilder:innen unerlässlich. Dazu gehört nicht nur die Fähigkeit, klare und verständliche Anweisungen zu geben, sondern auch das Führen von Gesprächen und das Geben von Feedback. Eine offene und konstruktive Kommunikationskultur fördert das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Ausbilder:innen und Azubi. Zudem ist es wichtig, Konflikte frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Kommunikation zu lösen.

Neugierig, was unsere 10 Tipps für gutes Feedback sind? Dazu gibt’s hier einen eigenen Blogbeitrag.

Motivation und Lernbereitschaft fördern

Die Motivation der Azubis ist ein Schlüsselfaktor für den Ausbildungserfolg. Ausbilder

sollten verschiedene Techniken kennen und anwenden, um die Lernbereitschaft zu steigern. Dies kann durch individuelle Anerkennung, abwechslungsreiche Ausbildungsinhalte und die Schaffung eines positiven Lernumfelds erreicht werden. Auch der Umgang mit demotivierten Azubis erfordert ein sensibles und zugleich zielorientiertes Vorgehen. 

Wie Sie als Ausbilder:in lebenslanges Lernen Ihrer Azubis fördern können, haben wir in der Vergangenheit bereits hier im Blog aufgegriffen.

Schlüsselkompetenzen, die man als Ausbilder:in fördern sollte

Neben fachlichen Kenntnissen sind es vor allem die Schlüsselkompetenzen, die in der modernen Arbeitswelt von Bedeutung sind. Diese beinhalten soziale, methodische und persönliche Fähigkeiten, die Auszubildende für ihre berufliche und persönliche Entwicklung benötigen.

Teamarbeit und Zusammenarbeit

Die Fähigkeit zur Teamarbeit ist in vielen Berufen unverzichtbar. Ausbilder:innen sollten Methoden kennen, um die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Dies kann durch Gruppenprojekte, Teambuilding-Maßnahmen und gezielte Übungen zur Verbesserung der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit geschehen.

Selbstständiges Arbeiten und Eigenverantwortung

Die Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Azubis sollten schrittweise lernen, Aufgaben eigenständig zu erledigen und Verantwortung zu übernehmen. Dies kann durch die Delegation von Aufgaben und die Unterstützung bei der Entwicklung eigener Lösungsstrategien erfolgen.

Kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten

Kritisches Denken und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, sind zentrale Kompetenzen in der heutigen Arbeitswelt. Ausbilder:innen sollten Methoden zur Förderung dieser Fähigkeiten anwenden, wie beispielsweise Fallstudien, Problemlösungsworkshops und das Ermutigen zu kritischem Hinterfragen und eigenständigem Denken. 

Welche Skills muss ich bei meinen Azubis fördern?

Neben den eigenen Fähigkeiten ist es ebenso wichtig, bestimmte Kompetenzen bei den Azubis zu fördern. Diese umfassen sowohl fachliche als auch überfachliche Fähigkeiten, die für die berufliche und persönliche Entwicklung relevant sind.

Digitale Kompetenz

In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt ist die digitale Kompetenz von großer Bedeutung. Ausbilder:innen sollten die Azubis dabei unterstützen, ihre digitalen Fähigkeiten zu entwickeln und zu erweitern. Dies kann durch Schulungen, den Einsatz digitaler Lernmittel und die Integration digitaler Projekte in die Ausbildung erfolgen. 

Das Thema “New Work”, bei dem Digitalisierung und digitale Kompetenzen eine ganz zentrale Rolle spielen, wird heutzutage immer häufiger auch im Ausbildungskontext diskutiert. Ideen dazu, wie genau “New Work in der beruflichen Ausbildung” aussehen kann, haben wir hier bei uns im Blog zusammengetragen.

Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit

Gute Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten sind in vielen Berufen unverzichtbar. Ausbilder:innen können diese durch gezielte Übungen, Präsentationstraining und die Förderung von Rede- und Argumentationstechniken stärken.

Interkulturelle Kompetenz

In einer globalisierten Arbeitswelt gewinnt die interkulturelle Kompetenz an Bedeutung. Ausbilder:innen sollten Azubis dabei unterstützen, ein Verständnis für kulturelle Unterschiede zu entwickeln und diese als Bereicherung zu sehen. Dies kann durch interkulturelle Trainings, den Austausch mit internationalen Kollegen und die Förderung von Diversität und Inklusion erfolgen. 

Unser Fazit: Ausbilder:innen als Coach und Mentor:in

Die Anforderungen an Ausbilder:innen sind in der heutigen schnelllebigen Welt sehr vielfältig und anspruchsvoll. Neben fachlicher Kompetenz sind vor allem pädagogische und soziale Fähigkeiten gefragt. Als Coach und Mentor:in begleiten Ausbilder:innen die Azubis auf ihrem Weg und unterstützen sie individuell in einer prägenden Lebensphase. Ein klares Verständnis der eigenen Rolle (und eine klare Abgrenzung zu anderen Rollen im Betrieb) ist essentiell, um das Beste aus dieser Position herauszuholen – für sich selbst und für seine Azubis. 

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